Eine kurze Atemmeditation

Kennen Sie das auch? Der Kopf ist voller Gedanken über Arbeit, Stress und Sorgen oder man ist einfach nur schrecklich genervt. Nichts anderes hat mehr Platz; keine fröhlichen Gedanken, keine angenehmen Gefühle.

Meistens steckt beim Gedankenwälzen eine gute Absucht dahinter: Man glaubt, man kann Probleme damit lösen, wenn man nur lange genau an und über sie nachdenkt. Mitnichten… Häufig findet man sich in einer Abwärtsspirale wieder und der Geist wird eng.

Diesen Kreislauf kann man mit einer Atemmeditation gut durchbrechen. Einfach einen „Schnitt“ machen und die volle Aufmerksamkeit auf den Atem lenken. Zehn Minuten, die den Tag verändern können 🙂

Lösungsorientiertes Kurzzeitcoaching

So kurz und knackig wie das Kurzzeitcoaching selbst ist auch die Beschreibung:

Beim Kurzzeitcoaching erschaffen Coach und Coachee innerhalb einer definierten geringen Anzahl von Terminen LÖSUNGEN. Der Coachee ist Experte und hat Erfahrung mit den Lösungen und der Coach stellt geschickte Fragen.

Der Ablauf eines Kurzeitcoachings ist immer ähnlich:

1) Thema und Vereinbarung

  • Auftragsklärung (Ziel, Frequenz, Dauer, Honorar,…)

2) Analyse: Was ist vorhanden, wohin geht die Reise?

  • Wunschvorstellung, Ressourcen

3) Aktionsplan und Umsetzung

  • Aktiv werden
  • Erster Schritt
  • Zweiter Schritt usw.

4) Abschluss:

  • Ziel überprüfen
  • Was ist noch offen?
  • Strategie für Rückschläge

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass 5 Einheiten in einem Coaching meistens völlig ausreichen, um eine positive  Veränderung zu bewirken. Gelegentlich sogar weniger. Manchmal empfehle ich nach 2 bis 3 Terminen eine Coaching-Pause, damit das neue Verhalten im Alltag ausprobiert und konsolidiert werden kann.

Wenn ich coache, gebe ich gerne Aufgaben, damit der Coachee sich zwischen den Terminen mit der Materie auseinandersetzen kann. Das intensiviert den Prozess des Bewusstwerdens und der Veränderung. (Und wirkt sich positiv auf die Zahl der benötigten Coachingeinheiten aus.) Die Hausübungen können Listen sein, die zu erstellen sind, Beobachtungsaufgaben, Experimente oder manchmal auch Körper- oder Atemübungen.  

Habe ich Ihr Interesse geweckt? Rufen sie mich an und vereinbaren Sie einen Termin für ein kostenloses Erstgespräch! unter 06767560996

Was unterscheidet COACHING von PSYCHOTHERAPIE +Woran erkenne ich, dass mein COACH gut ist?

Reden hilft. Das machen Menschen seit es Sprache gibt. Und seit jeher hat man einander um Ratschläge gebeten oder einfach nur um ein offenes Ohr. Über Sorgen und Probleme zu sprechen erleichtert das Herz und gibt Kraft bei der Suche nach Lösungen.

Mit der Entwicklung des Expertinnentums ist die Beratung zu einem gut bezahlten Produkt und der Markt dafür groß und unübersichtlich geworden. Ich versuche nun, einen kleinen Überblick über die unterschiedlichen Angebote von Psychotherapie, Coaching, Freundinnengespräch und Kaffeeklatsch zu geben.

Als ich im jungen Erwachsenenalter mein Leben vorübergehend voll an die Wand gefahren habe und ich nach Lösungen gesucht habe, war die Psychotherapie mein Mittel der Wahl. Klientenzentriert nach Rogers, Systemische und zuletzt Körperorientierte Psychotherapie haben mich mit Unterbrechungen viele Jahre lang begleitet und mir bei meinem Fortkommen geholfen. Coaching hat es in den Achzigern und Neunzigern so gut wie überhaupt nicht gegeben.

Heute ist das Angebot vielfältiger: Neben Psychotherapeutinnen der unterschiedlichsten Richtungen hat sich der Berufsstand der Coaches/Lebens-und Sozialberater/psychologischen Berater etabliert – im folgenden kurz COACH genannt.

Doch was ist nun das passende Angebot für ein spezielles Anliegen? Und wie erkenne ich, ob ein Coach und das Drumherum auch passt?

Egal ob Psychotherapeutin oder Coach – die Person sollte Ihnen sympathisch sein, das „Bauchgefühl“ sollte stimmen. Aber seien Sie mit Ihren Erwartungen gnädig. Sie sollen die Person ja nicht heiraten sondern lediglich für einen bestimmten Zeitraum miteinander arbeiten.

Psychotherapie:

  • Die meisten Psychotherapierichtungen sind auf eine Dauer länger als ca. 3 Monate ausgelegt. Heilung darf Zeit brauchen.
  • Psychotherapie geht in die Tiefe und beschäftigt sich auch mit der Vergangenheit.
  • Psychotherapie hilft dabei, Traumata und tiefen Schmerz zu verarbeiten
  • Psychotherapie hilft, die Ursachen bzw. Auslöser zu ergründen
  • Psychotherapie befasst sich mit den Problemen
  • Psychotherapie ist bei psychiatrischen Diagnosen (neben Medikamenten) das Mittel der Wahl

Dem gegenüber steht das Coaching:

  • Coaching beschäftigt sich mit „Gesunden“ und den gesunden Anteilen der Personen
  • Coaching wird für einen klar definierten und kurzen Zeitraum vereinbart
  • Coaching ist Ziel-orientiert (klare Aufgabenstellung!)
  • Coaching fokussiert auf die Lösung, auf die Gegenwart und die Zukunft
  • Coaching beschäftigt sich mit den Ressourcen

Manchmal kann es hilfreich und entlastend sein, sich der Vergangenheit zu widmen und Traumata zu bearbeiten. Und ein andermal will man sich für einen kurzen Zeitraum Unterstützung auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel organisieren.

Woran erkenne ich einen guten Coach?

Ein gutes Coaching steht und fällt mit der Klärung des Auftrags und der Rahmenbedingungen. Coaching ist Lösungs- und Ergebnisorientiert. Das erwünschte Ergebnis muss definiert werden.

 Auftragsklärung und Rahmenbedingungen

  • Ziel
  • Geschätzte Dauer
  • Dauer der Einheiten
  • Kosten pro Einheit
  • Häufigkeit und Abstände zwischen den Terminen
  • Gibt es Aufgaben für die Zeit dazwischen (optional)
  • Bedingungen für Terminabsagen (wann kostenpflichtig)
  • Telefonate/Mailverkehr zwischen den Terminen kostenpflichtig oder gratis

Es soll immer möglich sein, einen Blick auf den Zwischenstand der Entwicklung zu werfen und das Geschehene zu evaluieren. Dabei helfen Fragen wie:

  • Habe ich mein Ziel erreicht?
  • Habe ich Teilziele erreicht?
  • Was ist heute mein Thema und wie passt es ins große Ganze?
  • Was soll das heutige Ergebnis sein?

Ihr Coach sollte dabei den Überblick bewahren und Sie navigieren. Abweichungen vom Plan sind zulässig, brauchen aber immer Ihr Einverständnis. Stellen Sie sich vor, das Ziel eines Coachings ist eine berufliche Veränderung. Plötzlich stirbt die Oma und der Coachee ist aufgewühlt und traurig. Da kann die Trauerarbeit natürlich zum Inhalt eines Coachings gemacht werden, solange es vorab vereinbart wird. Sie, als KundIn bestimmen die Themen. Der Prozessverlauf muss immer transparent und nachvollziehbar sein. Auch reine Entlastungsgespräche sind okay, wenn das Ihr persönliches Ziel für den aktuellen Termin ist. Sie haben Kontrolle über das Coaching in zeitlicher, finanzieller und thematischer Hinsicht.

Kann ich mir das überhaupt leisten?

Fragen Sie sich, wie lange Sie den Wunsch nach Veränderung schon haben. Fragen Sie sich, wieviel Nerven, Zeit und Kraft Sie Ihr Problem bis jetzt schon gekostet hat und in Zukunft noch kosten wird. Wenn Sie sich für ein Coaching entschieden haben, fragen Sie nach dem Preis und nach Leistungspaketen, erstellen Sie einen Finanzplan und freuen Sie sich über Ihren mutigen Schritt zur Veränderung.

Was, wenn Sie mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind?

Bedenken Sie immer: Sie sind Teil des Prozesses. Sie bestimmen mit und haben Kontrolle. Kommunizieren Sie es klar, wenn Sie das Gefühl haben, es geht nichts weiter. Und anerkennen Sie auch Ihre kleinen Erfolge:

  • Sie haben sich auf den Weg gemacht!
  • Sie haben bereits für Veränderung gesorgt und sind mitten in einem Prozess!

Und dann

  • Geben Sie sich Zeit und lassen die neuen Sichtweisen und Erfahrungen wirken und
  • wenden das Erlernte an, integrieren es in Ihr Leben.

Gründe für ein Coaching

Immer dann, wenn ein Mensch Veränderung will und mit den eigenen Mitteln und Methoden nicht schnell genug vorankommt, kann Coaching hilfreich sein. Mit Coaching kann man große und kleine Krisen überwinden, Stärken aufbauen und glücklich leben lernen.

Freundinnengespräch

Hätte ich in meinem Leben nicht 1000 e von Freundinnengesprächen geführt, ehrlich, ich glaube, ich hätte es nicht überlebt. Freundinnen nehmen sich Zeit, hören empathisch zu, erklären sich solidarisch gegen den aktuellen Feind. Freundinnen trocknen Tränen, weinen manchmal vielleicht auch mit. Freundinnen bringen einen zum Lachen, lenken mit kühnen Aktionen ab von der akuten Tristesse. Ohne Freundinnen wäre die Welt ein trauriger Platz. Freundinnen sind unbezahlbar!

Ein Coach macht das nicht; Ein Coach rückt Ihnen die Taschentuchbox näher heran, lässt Sie verschnaufen und macht weiter mit dem Programm: Fragen stellen, Sie an Ihre Ziele erinnern und Sie Ihr Feuer wieder spüren lassen. Sie richten sich wieder auf und arbeiten weiter. Und für die Freundinnenzeit bleiben die schönen Momente.

Kaffeeklatsch ist eine Expertinnenrunde aus mindestens zwei Personen, die viele Ideen hat, bei anderen (Fern-) Diagnosen stellen kann und immer weiß, was zum vorangegangenen Zeitpunkt die richtige Entscheidung gewesen wäre. Diese Runde darf Spaß machen, entlasten, reinigen und kurzfristig von den eigenen Problemen ablenken. Für eine nachhaltige Verbesserung der eigenen Situation und für zielführende Veränderungen ist sie meist nicht zu gebrauchen.

Alle 4 Modelle des Austauschs und der Beratung haben ihre Qualitäten und weise ist, wer zum richtigen Zeitpunkt das richtige Modell auswählt.

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Freundlichkeit

Was ist besser, als im Strandcafe zu sitzen und einen Eiscafe serviert zu bekommen? Im Strandcafe einen Eiscafe mit einem freundlichen Lächeln serviert zu bekommen!

Was freut und rührt junge Eltern am meisten? Wenn ihr Baby sie zum ersten Mal anlächelt.

Ein Lächeln oder freundliche Gesten haben in den meisten Fällen eine positive Reaktion beim Gegenüber zur Folge.

Freundlichkeit ist Friedensstifterin und Brückenbauerin. Kleine Ursache mit großer Wirkung.

Freundlichkeit erscheint fast zu banal, um als kraftvolles Mittel gegen Isolierung, Zwietracht, Unmut und Hass zu gelten oder für den Frieden auf der Welt. Dabei ist es so einfach. Jedes Kind kann das. Und was Kinder können, können Erwachsene auch (lernen).

Freundlichkeit ist ein minimaler Ausdruck von Wertschätzung und Respekt, ihr Ausdruck kann in verschiedensten Formen kommen und ist universell. Mit Freundlichkeit bringt man zum Ausdruck, dass man den anderen wahrgenommen hat, ihm wohlgesonnen ist, ihm nicht nur nicht schaden will sondern möchte, dass er sich angenommen und wohl fühlt. Ein Lächeln, Grüßen, Platz machen, Hilfestellung geben, Rücksicht nehmen, einen Sitzplatz anbieten oder sich eine bissige Bemerkung verkneifen sind Ausdrucksformen davon.

Wie gut tut es doch, nach einem anstrengenden Arbeitstag beim Einkaufen im Supermarkt von der Kassierin freundlich gegrüßt zu werden und obendrauf noch einen schönen Abend gewünscht zu bekommen. Oder im Krankenhaus bei einer Untersuchung ein aufmunterndes Lächeln von der Schwester zu bekommen. Selbst Telefonate können Freude machen, wenn die Person am anderen Ende der Leitung freundlich und offen fragt, womit sie denn behilflich sein könne. Freundlichkeit wirkt entwaffnend und schafft Raum, miteinander in Verbindung zu treten.

Alle Lebewesen sind miteinander verbunden und jeder einzelne von uns trägt die Verantwortung für das Wohlergehen der anderen – einschließlich für sich selbst – in sich. Die einfachste Methode, dieser Verantwortung gerecht zu werden, ist Freundlichkeit. Uns selbst und anderen gegenüber. Die lieben und netten Gesten, die wir anderen zuteilwerden lassen, müssen wir auch uns selbst gewähren, wenn wir Fortschritte machen und einen fröhlichen Geist bewahren wollen.

Mit Freundlichkeit kann man einen zufriedenen und glücklichen Geist erlangen. Lächeln macht glücklich! Durch das Lächeln werden bestimmte Muskel und Nerven im Gesicht aktiviert, die wiederum im Gehirn dazu führen, dass Glückshormone ausgeschüttet werden.

Freundlichkeit funktioniert also doppelt. Sie nützt dem, dem sie widerfährt, weil sie ihn gut tut, und sie nützt der freundlichen Person, weil sie Glückshormon bedingt selig ist und gleichzeitig das Gefühl hat, etwas Gutes getan zu haben.

Das ist eines der großen Geheimnisse des Glück: Es wächst direkt proportional mit dem, was wir mit leichtem Herzen und freiwillig für andere tun. 

Im geschäftigen und stressigen Alltag kann es durchaus vorkommen, dass der Blick für Freundlichkeit verloren geht. Deshalb hilft es beim Freundlichkeitstraining, mit

  1. Beobachtungen anzufangen: Wo erlebe ich nette Situationen, wo werde ich wertgeschätzt, wo erfahre ich kleine Gesten der Verbundenheit? Ein Autofahrer, der stehen bleibt, um dich die Straße überqueren zu lassen, obwohl kein Zebrastreifen da ist, eine Frau, die dich an der Kassa im  Supermarkt vorlässt, weil du nur ein Weckerl und ein Getränk für die Mittagspause hast, ein solidarisches Lächeln von einer wildfremden Person, die ebenso wie du unter einem Dachvorsprung Schutz vor dem plötzlichen Regenguss gesucht hat, oder der Portier in deiner Arbeit, der dich freundlich nach deinem Befinden fragt. Freundlichkeit hat viele Gesichter. Sie spiegelt eine achtsame und respektvolle Haltung wider.

Nach dem Beobachten des eigenen Erlebens der Freundlichkeit kann man den nächsten Schritt machen:

  • In Gedanken üben: Jeder Person, die einem begegnet, kann man im Geiste folgendes wünschen: „Ich wünsche dir Glück“ oder „mögest du glücklich sein!“ Diese wohlgesonnene und freundliche Haltung ist ein hervorragendes Gegenmittel gegen Wut, Zorn und Missgunst. Kein Bewerten, kein Selektieren – einfach nur die besten Wünsche für alle denken. Das macht milde, großzügig und öffnet das Herz.

Mit diesen beiden Erfahrungen – das eigene Erleben von Freundlichkeit und der freundlichen wünschenden Geisteshaltung –  ist es dann ein Leichtes, freundlich zu sein.

  • Am einfachsten ist es, bei der Familie und im Freundeskreis zu beginnen. Wahrscheinlich hat man das ohnedies schon immer gemacht: zu grüßen, bitten, danken, wahrnehmen, unterstützen, entlasten, helfen, erfreuen und vieles mehr. Mit etwas Übung kann man den Kreis der Personen ausweiten: Nachbarn und Arbeitskolleginnen und dann noch weiter ausdehnen auf völlig fremde Menschen.

Wer die Herausforderung sucht, widmet sich seinen „Feinden“, also jenen Menschen, die einem das Leben schwer machen: Der herablassende Kollege, die Bekannte, die schlecht über alle redet, der Hahn des Nachbarn, der die Nachbarschaft morgendlich um 4 Uhr früh weckt.

Aber auch wir selbst sind ein gutes Objekt, um Freundlichkeit zu üben. 

Wenn man keine Idee hat, WIE genau man freundlich sein könnte, kann man brainstormen und eine liste mit Tätigkeiten anlegen. Von A wie Aufmerksam sein bis Z wie zuhören.

Freundlichkeit beschränkt sich nicht allein auf den Umgang mit Menschen. Sie schließt auch Tiere mit ein und einen respektvoller Umgang mit der Umwelt. Freundlichkeit ist allumfassend: Alles was uns umgibt ist ein Übungsfeld.: Gelsen nicht erschlagen, Ameisen nicht zertreten, Vögel füttern, keinen Müll in der Natur wegwerfen, beim Mountainbiken auf den vorgegebenen Wegen bleiben, um die Tiere nicht unnötig zu erschrecken, so oft es geht aufs Auto zu verzichten, um die Umwelt zu schonen und vieles mehr. Wenn wir anderen nicht schaden wollen und freundlich sind, sind wir immer gut beraten!

Manche Menschen tun sich von vornherein leicht damit: Sie sind von Natur aus offen und haben ein frohes Gemüt. Andere sind zurückhaltend, schüchtern, missmutig oder menschenfeindlich. Ich erinnere mich an eine Freundin, der eigentlich immer schon alle Menschen auf die Nerven gegangen sind. Bis auf einige wenige in ihrem direkten Umfeld – ich gehörte zum Glück auch dazu – hat sie alle „gehasst“. Über alles und jeden hat sie etwas zu meckern gehabt und auch in ihrem Verhalten war sie unhöflich und unfreundlich. Mittlerweile nach einigen Jahrzehnten ist sie milder geworden. Sie geht nicht viel unter Leute, arbeitet aber an ihrer Einstellung den Lebewesen gegenüber. Das hat sie fröhlicher gemacht.

Es ist nicht möglich, immer nur gut gelaunt und freundlich zu sein. An manchen Tagen geht das einfach nicht. Aber es kommt ein neuer Tag mit einer neuen Chance.

Freundlichkeit ist niemals eine Verschwendung. Sie bewirkt immer etwas Gutes. Freundlichkeit wirkt. Sie nutzt den anderen und sie nutzt vor allem uns selbst. Sie macht uns milde und friedlich und öffnet unser Herz.

Mitfreude – Rejoyce

Die einfachste Methode, glücklich zu werden ist der Dienst an anderen. Aber manchmal gibt es Tage oder Zeiten, wo das einfach nicht geht. Sei es weil man die meiste Zeit allein verbringt und mit seiner Umwelt gar nicht interagiert oder mit seinen Nächsten in konfliktreicher Beziehung steht. Es kann auch sein, dass man krank und von Schmerzen geplagt ist und die Kapazität für Güte einfach nicht ausreicht. Möglicherweise hindern einen innere Widerstände daran, anderen ohne Grund etwas Gutes zu tun. Aber all das soll kein Hindernis sein, am eigenen Glück zu arbeiten. Die Mitfreude ist eine ebenso simple wie raffinierte Methode dafür.

Das Prinzip lautet: Jemand anderer ist glücklich – man freut sich mit!

Der Grund für das Glück der anderen Person kann vielfältig sein und spielt eine untergeordnete Rolle: Schönheit, Reichtum, Erfolg, Status, Altruismus.

Lächelt und strahlt ein anderer, lächelt man (innerlich) mit und freut sich.    

Man kann die Mitfreude zum Beispiel folgendermaßen einteilen:             

  1. Mitfreude an den guten Taten anderer
  2. Mitfreude am Glück anderer
  3. Freude über das eigene Glück und die eigenen guten Taten
  4. Geplante gute Taten.
  1. Mitfreude an den guten Taten anderer:
  1. Bei der Mitfreude überlegt man erst einmal, ob man jemanden kennt, der Gutes tut. Eine großzügige Freundin, die jedem Bettler was gibt und regelmäßig der Caritas spendet, eine Nachbarin, die jede Woche der alten Dame im Haus am Ende der Straße den Wocheneinkauf aus dem Supermarkt mitbringt, dein Freund, der bei Autopannen-Gestrandeten am Straßenrand grundsätzlich immer hilft oder deine Schwester, die dich jedes Jahr bei der Kirschen-Ernte unterstützt. Du kannst aber auch Zeitungen hernehmen, Dokus oder Filme. Es gibt schöne Websites oder Social media, die guten Taten berichten. Zu Beginn ist es allerdings am einfachsten, mit den guten Taten der Freundinnen und Freunde zu üben. Zurücklehnen, darüber nachdenken und sich freuen.
  • Die nächste Stufe ist dann, sich an den guten Taten der „Feinde“ zu erfreuen. Deine Rivalin im Büro, dein meckernder Nachbar – auch sie haben wahrscheinlich manchmal das Herz am rechten Fleck und machen etwas Nettes und Vernünftiges: Vielleicht einen Kuchen zum Geburtstag ins Büro mitbringen oder sich um verwaiste Igelbabys kümmern.
  • Mitfreude am Glück der anderen:

Dein Bruder hat im Lotto gewonnen? Deine Freundin verbringt gerade den Urlaub ihres Lebens auf Hawaii? Dein Freund stellt sich immer bei der richtigen Kassa im Supermarkt an und die Kassiererinnen lieben ihn? Na super! Und du selbst?

Wenn man selbst im Moment nicht vom Glück begünstigt ist, schielt man schon einmal auf das der anderen. Meist mit gemischten Gefühlen, wenn nicht sogar mit einer Spur von Neid und Missgunst. Aber Neid und Missgunst tun einem einfach nicht gut. Sie machen eng und grantig und unzufrieden. Wer es nicht glaubt, kann es ausprobieren: Der Ärger, wenn wieder der Kollege statt man selbst die Projektleitung bekommen hat, das Gefühl, wenn die junge und hübsche Kellnerin die Blicke aller Männer auf sich zieht und man sich dabei gleich doppelt so alt fühlt und ähnliches. Steigern diese Empfindungen das Wohlbefinden? Nähren sie die Zufriedenheit? Eher nicht! Wie einfach ist es da, sich mitzufreuen. Nicht manchmal, sondern grundsätzlich. Jeder freut sich ab und an einmal mit, wenn einem anderen etwas Tolles widerfährt, aber eben nicht immer. Gewöhnt man es sich an, nach einer kurzen Verschnaufpause auf Mitfreude umzuschalten, legt man den Grundstein für ein zufriedenes und großzügiges Gemüt!

Diese Methode ist sehr machtvoll. Sie ist ein direktes Antidot gegen  Neid und Missgunst und Eifersucht!

Ich weiß aus eigener Erfahrung nur allzu gut, wie quälend Eifersucht und Neid sein können. Ich erinnere mich an eine Begebenheit, die irgendwann nach meinem 40. Geburtstag stattgefunden hat. Ich habe in Wien auf einem belebten Platz auf meine Freundin gewartet und in der Zwischenzeit die Menschen beobachtet. Da sind mir 2 junge Mädchen aufgefallen, die sehr knapp und sexy bekleidet waren und sich fröhlich und angeregt miteinander unterhielten. Sie gingen an einer Frau vorbei, die ebenso auf jemanden gewartet hat wie ich. Diese Frau war ca 30-35 Jahre alt, etwas füllig, durchschnittlich gekleidet und mit Einkaufstaschen vollgepackt. Sie betrachtete die Mädchen und sprach sie freundlich an: In ihrer Jugend habe sie sich genau so gekleidet und hätte sich so hergerichtet, wie die beiden. Nicht die Spur von Missgunst, Unmut oder Neid. Nein – sie hat sich einfach mit den Mädchen mitgefreut. Und die jungen Damen haben gestrahlt.

Ich war sehr beschämt, nachdem ich die Situation beobachtet hatte. Natürlich sind die beiden auch mir aufgefallen, aber von Bewunderung und Mitfreude war ich weit entfernt. Zu sehen, wie jemand anderer das so herzlich vorlebt, hat mich sehr berührt und unglaublich inspiriert. Je älter man wird, desto mehr jüngere und schönere Frauen gibt es. Altern ist ein natürlicher Prozess. Aber anstatt die Schönheit der Jungen abzuwerten oder sie zu kritisieren, ist es viel einfacher und herzerwärmender, sich mitzufreuen. Mein Problem mit Neid und Eifersucht ist seit damals besser geworden.

  • Freude an den eigenen guten Taten und dem eigenen Glück

Ich habe als Kind oft gehört, dass Eigenlob stinke. Quatsch! Das hat mich lange davon abgehalten, meine eigenen Leistungen anzuerkennen und diese mit gesundem Selbstvertrauen auch zu präsentieren. Wenn man eine soziale Ader hat und hilfsbereit ist, dann fällt diese Übung nicht schwer. Man kann sich regelmäßig ein paar Minuten Zeit nehmen, um darüber nachzudenken und sich darüber zu freuen, auch wenn das Ereignis schon längst vorbei ist: Ich habe im Bus jemandem meinen Sitzplatz überlassen, ich habe für einen Kollegen im Büro für ein Geschenk zu seinem Geburtstag gesammelt, ich habe Essen für die Familie mitgebracht, ich habe den Kindern bei den Hausübungen geholfen, und vieles mehr.

Ist man aber eher ruhig und zurückgezogen oder ein von Natur aus grantiger Mensch, dann ist das auch kein Problem. Irgendetwas findet man immer: Man hat jemandem auf Social media ein Like gegeben, den unsympathischen neuen Kollegen gegrüßt, den Hund der Nachbarin gestreichelt, die Nacktschnecken am Gartenweg nicht zertreten usw..

Nachdenken, erinnern und sich darüber freuen. Das ist die Übung. Je öfter und je mehr man darüber nachdenkt, desto leichter fällt es mit der Zeit. Und wahrscheinlich kommen einem dann sogar noch mehr gute Ideen, was man alles noch machen könnte.

Auch das eigene Glück ist ein schönes Thema, über das man sich regelmäßig Gedanken machen und Freude entwickeln kann.

  • Geplante gute Taten

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Geiste ist alles möglich – sogar Weltfrieden. Zum einen kann man sich morgens überlegen, ob und wenn ja, was man in den Tag mitnimmt. Das Motto „Täglich eine gute Tat“ ist immer noch gut und aktuell und kann eine schöne Anregung sein. Mit Kleinigkeiten beginnen, wie zum Beispiel sich einmal nicht über das Kantinenessen zu beschweren oder die Partnerin zuerst ins Badezimmer lassen, in der Bäckerei einmal weniger Ellbogen und mehr Geduld einsetzen, nicht ärgern, wenn die Katze die frisch gewaschene und gebügelte Hose vollhaart und am Abend ausnahmsweise mal den anderen die Fernbedienung überlassen. Und vor dem Einschlafen kann man dann noch überprüfen, ob etwas davon gelungen ist. Wenn ja, dann ist das ein Anlass zur Freude, wenn nein, macht auch nichts, denn morgen ist auch noch ein Tag.

Mit dieser Methode kann man viel Leichtigkeit ins Leben bringen, denn (Mit-) Freude und Glück bringen dieselben Saiten in uns zum Schwingen. Grant, Neid und Missgunst haben langfristig bei einer freudvollen und positiven Grundstimmung keine Chance. Ein großer Lehrer bezeichnete die Mitfreude einmal als Lehnstuhlmethode zur Erleuchtung. Also such dir ein gemütliches Plätzchen, mach dir noch rasch einen Kaffee oder Tee und los gehtś.

Immer dieses „Gewissen“!

Ich wache erholt und ausgeschlafen auf, es ist ein wunderbarer Morgen mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher. Ein perfekter Tag kann beginnen. Aber halt, irgendwas grummelt da in mir, legt sich wie ein Nebelschleier auf das beginnende Wochenende, auf das ich mich so gefreut habe. Da fällt es mir wieder ein: Eine Auseinandersetzung mit einer Freundin, an deren Ende ich wütend den sprichwörtlichen Hörer auf die Gabel geknallt habe. Verletzende Worte, vielleicht ungerechtfertigt, wahrscheinlich sogar. Es tut mir leid, ich habe ein schlechtes Gewissen….

Was ist dieses Gewissen? Warum  macht es mir das Leben schwer? Und woher habe ich das überhaupt?

Das Gewissen ist die innere Instanz für Gut und Böse – angeboren oder anerzogen, wahrscheinlich von beidem etwas. Gedanken und Handlungen durchlaufen permanent eine Überprüfung, ob sie ethisch vertretbar sind oder nicht und je nach Ergebnis bewirkt dieser Check ein angenehmes oder beklemmend unangenehmes Gefühl.

Gelehrte der verschiedensten Sparten haben sich der Erforschung und Beschreibung des Gewissens gewidmet;  unter ihnen auch einer der wohl bekanntesten, Sigmund Freud, der mit dem Konstrukt Es Ich und Überich eine plausible wirkende Erklärung gefunden hat.

Abhängig von Erziehung, sozialem Umfeld und gesellschaftlichen Normen erlernt der Mensch schon in sehr jungen Jahren, was sein Verhalten bewirkt, was es mit anderen macht und wie es vom Umfeld gewertet wird: Stehlen – Böse, Teilen gut. Religiöse Einflüsse unterstützen die Entwicklung bestimmter Wertesysteme und untermauern diese mit Verboten, Regeln und Geboten.

Wir Menschen werden mit einer tief zugrundeliegenden Weisheit geboren. Wir spüren instinktiv, ob unser Handeln gut oder schlecht ist. Wenn wir innehalten und unser Herz befragen, bekommen wir Antworten. Handlungen, die Gutes stiften, machen ein angenehmes Gefühl, zornvolle ein unangenehmes, beklemmendes. Wir haben einen inneren Kompass, der es uns ermöglicht, mit dem geringsten Schaden an anderen und uns selbst durch unser Leben zu schiffen.

Menschen werden mit dem natürlichen Gefühl von Empathie geboren. Untersuchungen an Kleinkindern haben gezeigt, dass sie mitfühlend handeln. Entwicklungsgeschichtlich haben sich Kooperation und Empathie als zielführender erwiesen als Kampf und Konkurrenz. Unsere Fähigkeit, uns in andere zu versetzen und ihren Schmerz zu spüren (Spiegelneuronen), eröffnet uns die Möglichkeit zur Reflexion über unser Verhalten und kann den Wunsch nähren, das Verhalten zu ändern.

Regelmäßige Reflexion über die das Verhalten und die Handlungen bietet allen voran die katholische Kirche mit der Beichte an: In sich gehen, nachdenken, überprüfen und bekennen. Als Kind war das für mich der reinste Horror! Da mussten wir eine paar Absätze auswendig lernen und diese dann dem Pfarrer in einem düsteren muffig riechenden Beichtstuhl aufsagen und die Sünden beichten. Das war gruselig und hat mir echt Angst gemacht!  Vor lauter Stress konnte ich der ganzen Angelegenheit nichts Gutes abgewinnen. Erst „sündigen“ und dann beim Beichten die Sünden wieder löschen lassen und mein spiritueller Strafregisterauszug ist sauber. Ich war skeptisch …

 Dieses Modell der Reflexion  habe ich dann einfach bei erstbester Gelegenheit auslaufen lassen.

Aber welche Art von Gewissenspflege kann man betreiben? Wir kümmern uns um unseren Körper, waschen ihn, putzen die Zähne und gehen vielleicht manchmal zu einer Vorsorgeuntersuchung. Wie aber kümmern wir uns um unser Innenleben? Die Sinnhaftigkeit einer derartigen Routine ist sicher nicht zu bestreiten.

Ich glaube, dass wir Menschen gut wissen und spüren, welche Handlungen ein angenehmes und friedliches Gefühl stiften und welche nicht:

Gute Handlungen führen zu Glück, schlechte zu Leiden. Das kann man sehr leicht überprüfen. Wenn ich mich z. B.  ganz schrecklich über einen Brief vom Finanzamt  aufrege und unmittelbar dort anrufe und all meine Wut rauslasse, mag das vielleicht kurzfristig erleichternd sein, aber wenn ich ehrlich bin, hat mich der Zorn verhärtet, mein Gesicht zu einer Fratze gemacht, den Blutdruck in die Höhe gejagt und meine innere Ruhe und meinen Frieden empfindlich gestört. Und ich weiß: Ich habe Schaden angerichtet. Ich habe eine unschuldige Person beleidigt, gekränkt und schlecht behandelt.

Was kann man tun, um so etwas in Zukunft zu vermeiden?

Ganz einfach:

  • Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen (– ich habe es verbockt. Sorry!) und
  • Vertrauen entwickeln, dass man etwas verändern kann, gefolgt von ehrlichem
  • Bereuen (Oh Mann, das tut mir so leid!) und dem
  • Versprechen, dass man so etwas nie mehr machen möchte und einen Weg suchen, es
  • wieder gut zu machen.

So kann man nach und nach Zufriedenheit und Glück in sein Leben bringen. Man wird achtsamer in seinen Handlungen und man wird ein besserer Mensch.

Gefühle und Bedürfnisse

Gefühle und Bedürfnisse  

Eigentlich ist Manuela mit ihrer Arbeit und ihrem Arbeitsplatz zufrieden. Sie liebt die spannenden  Herausforderungen im Wechsel mit täglicher Routine; alles steht in einem guten Verhältnis zueinander. Wenn sie ein herausforderndes  Projekt zu Ende gebracht hat, kann sie sich darauf verlassen, dass für kurze Zeit wieder Ruhe in Form von täglichem Allerlei mit Nachbereitung, Statistik, Ablage und Routinearbeiten einkehrt. Das sind die Erholungsphasen, wo sie wieder Kraft tanken kann.  Meistens. Wären da nicht diese ständigen Störungen: Häufig reißt eine Kollegin ohne anzuklopfen die Tür auf und platzt mit einer Frage oder Mitteilung heraus. Während Manuela in solchen Momenten immer aus ihrem Arbeitsflow herausgerissen wird, stört das ihre Zimmerkollegin Sabine überhaupt nicht. Diese  ist gesellig und tratscht gern. So kommt es regelmäßig vor, dass Personen ohne Anzuklopfen ins Büro kommen und sich dann angeregt mit ihrer Kollegin unterhalten. Das macht Manuela verrückt, ungeduldig, nervös und ärgerlich. Eine ganze Menge an Gefühlen. Wo soll sie da nur anfangen?

Gefühle kommen und gehen. Sie sind nicht Teil unserer Persönlichkeit sondern nur temporäre Gäste. Es gibt Methoden, mit starken Gefühlen umzugehen, es gibt Tipps und Tricks, kurzfristig zu entfliehen (sich ein Hundebaby vorstellen, bis 10 zählen, aufs Klo gehen usw.). Aber mit so einem Durcheinander an Gefühlen weiß Manuela nicht so recht, wo sie beginnen soll. Manchmal möchte sie bei diesen Störungen vor Verzweiflung heulen, an andermal mit dem Fuß stampfen und losbrüllen.

Jedes Gefühl ist Ausdruck eines Bedürfnisses. Gefühle sind uns vertraut, damit schlagen wir uns tagein tagaus herum. Sie kommen und gehen manchmal völlig unverständlich und scheinbar grundlos. Dem ist aber nicht so. Die Gefühle sind sozusagen Bestellungen/Aufträge der  Bedürfnisse. Das Bedürfnis macht mittels Gefühl auf sich aufmerksam. „Da fehlt was – bitte erledigen!“ Es lohnt sich deshalb, dem Bedürfnis hinter dem Gefühl auf den Grund zu gehen. Dieses Spüren und Ergründen macht handlungsfähig!

Eine einfache Art, einer Situation auf den Grund zu gehen, ist es demnach, hinter die eigenen Kulissen zu schauen: Was steckt hinter der Wut, Trauer, Enttäuschung, Frustration? Welches Bedürfnis wurde gerade missachtet und hat somit mein Gefühl ausgelöst?

Was kann man sich unter einem Bedürfnis vorstellen? Ein Bedürfnis ist ein körperlicher oder geistige Mangel, der behoben werden will/soll. Wir alle haben Bedürfnisse – körperliche Grundbedürfnisse wie Nahrung und Trinken, ein Dach über dem Kopf, Sexualität, Sicherheit und geistige wie Soziale Kontakte und einen Platz in der Gesellschaft haben, Persönlicher Erfolg, Ansehen, Stärke oder Selbstverwirklichung.

Die Frage beim Erforschen des zugrundeliegenden  Bedürfnisses  ist: Was brauche ich? Woran fehlt es gerade? Welches Bedürfnis wird gerade missachtet? Bei Manuela ist es im Moment gerade Ruhe. Sie braucht Ruhe und Stille. Sie will darauf vorbereitet sein, wenn jemand kommt – das heißt Besucher sollen anklopfen – und möchte in Ruhe ungestört weiter arbeiten. Manchmal erlebt sie das Hereinstürmen auch als respektlos, da wünscht sie sich respektvollen Umgang.

Wenn das Bedürfnis einmal erforscht ist, hat man Ansatzpunkte für Lösung und Veränderung. In Manuelas Fall kann sie zum Beispiel ihre Kolleginnen bitten, anzuklopfen. Sie kann mit ihrer Bürogenossin reden und mit ihr nach einer Lösung suchen. Angefangen von einer zeitlichen Beschränkung der Besuche bis hin zu  der Möglichkeit, dass die  Kollegin selbst das Büro verlässt und die anderen besucht.

Die einzelnen Schritte:  
1) Gefühl spüren: Ist da was? Was ist das für eine Irritation? Und danach geht es daran, es zu
2) Gefühl identifizieren: Wenn da was ist, dann  WAS ? Und von da ist es nur noch ein Katzensprung zum zugrundeliegenden
3) Bedürfnis ergründen: Was brauche ich, was fehlt mir?  
4) Lösungsansätze überlegen und  
5) Bitten formulieren – sei es an sich selbst oder andere.  

Es lohnt sich, diese Art zu denken auszuprobieren. Wenn wir Innenschau halten und überprüfen, was wir selbst gerade brauchen, dann bleiben wir ganz bei uns. Wir orientieren uns nicht an den Fehlern und dem Fehlverhalten anderer. Auf uns selbst können wir gezielt Einfluss nehmen, auf andere nur bedingt. Wenn wir bei uns bleiben, können wir handeln. Nach und nach fällt es leichter, Bedürfnisse zu erforschen und zu identifizieren.

Wenn man das Bedürfnis erkannt hat, kann man überlegen, was man braucht und von wem. Erst wenn man das weiß, kann man Bitten an Personen richten, etwas zu tun oder zu unterlassen. Manuela weiß, dass es nun an ihr liegt, die Situation zu verbessern: Sie kann Bitten an ihre Kolleginnen richten: „Ich bitte euch, vor dem Eintreten anzuklopfen.“ „Ich bitte euch, leiser zu sprechen oder die Unterhaltung im Pausenraum fortzusetzen.“

Unsere Gefühle sind keine unangenehmen und nutzlosen Störungen. Sie sind große und auffällige Wegweiser zu den darunterliegenden Bedürfnissen. Wenn wir sie wahrnehmen und verstehen, haben wir künftig  nicht nur ein Mittel, uns selbst zu helfen, sondern auch die Bedürfnisse anderer zu erkennen und unsere Empathie und unser Mitgefühl für sie zu vergrößern.